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Mariana Castillo Deball
Amarantus
Finissage und Edition

Die Ausstellung „Amarantus“ ist die erste Einzelpräsentation zum Gesamtwerk von Mariana Castillo Deball in Deutschland. Am letzten Tag der Ausstellung findet um 17 Uhr ein Künstleringespräch mit Mariana Castillo Deball, Paz Guevara (Kuratorin, HKW Haus der Kulturen der Welt Berlin) und Direktor Thomas Thiel statt.

Für das MGKSiegen hat Deball in den letzten Monaten eine neue Arbeit entwickelt, die sich mit der „Silbernen Taufschale zu Siegen“ beschäftigt. Das Objekt steht in direkter Verbindung zur kolonialen Handelsgeschichte im 17. Jahrhundert und wurde der örtlichen Nikolai-Kirche von Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen geschenkt. Die Künstlerinedition „Amarantus“ ist ab sofort in der gleichnamigen Ausstellung zu sehen, bereits über den Online-Shop vorbestellbar und zur Finissage am 8. August auch vor Ort im Museumshop erhältlich.

Mariana Castillo Deball
Amarantus, 2021

Ein Huhn mit Männerkopf, ein Drache, ein Tiger und ein Lama sind dem Zierrand der „Silbernen Taufschale von Siegen“ entkommen und wurden zu Figuren aus Amaranth. Frei von der steifen und kalten Metalloberfläche sind sie jetzt weich, formbar und essbar.
Amarantus bezeichnet auf Griechisch eine imaginäre Blume, die niemals stirbt. Es ist auch eines der wichtigsten mexikanischen Pseudogetreide, und es ist darüber hinaus eine Zutat, die mit verschiedenen Ritualen verbunden ist. Amaranthsamen, auf Nahuatl huahtli, wurden mit schwarzem Magueysirup, einer Art Agavensirup, vermischt. Nach dem Kneten wurde aus diesem Teig eine kleine Figur namens Ixiptla geformt. Diese figürlichen Darstellungen waren Verkörperungen des Heiligen und nicht nur ein gegenständlicher Stellvertreter. Amaranth wurde von den Spaniern während der Kolonialzeit wegen des rituellen Zusammenhangs verboten.
Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen brachte 1658 die „Silberne Taufschale von Siegen“ als Geschenk für die Nikolaikirche mit. Die Silberschale wurde um 1586 in Peru hergestellt, sie kam später im Rahmen des wirtschaftlichen Austauschs und des Sklavenhandels nach Afrika und Brasilien.
1630 entsandte die Niederländische Westindien-Kompanie Johan Maurits Graf von Nassau Siegen als Gouverneur nach Brasilien, um den transatlantischen Zucker- und Sklavenhandel aufrechtzuerhalten.
Handelskontakte mit afrikanischen Monarchen waren für die Europäer wichtig, um Zugang zum Markt für Gold, Elfenbein und Menschen zu erhalten. Johan Maurits investierte in Handelsbeziehungen mit dem kongolesischen König Garcia II, der ebenfalls von dieser Allianz profitierte, da er die Portugiesen aus seinem Land vertreiben wollte. Garcia II überreichte Johan Maurits die Silberschale, um die gegenseitige Zusammenarbeit zu festigen.
In dieser Zeit wurden Tausende von Menschen von der Westküste Afrikas nach Brasilien verschleppt. Von dort wurden Waren wie Zucker, Brasilholz, Cochenille (ein rotes Pigment), Kaffeebohnen und Tabak nach Europa transportiert.

Verpackung gedruckt bei datagraf de México.
Herstellung Amaranth-Gebäck: Azul Ehrenberg, Ayami Amazuhara, David Reiber Otálora.
Produziert im Rahmen der Ausstellung „Amarantus“ im Museum für Gegenwartskunst Siegen.
Auflage von 100

Ausstellung im MGKSiegen: 29.1–8.8.2021

SO. 8.8. 17 Uhr
Künstleringespräch mit Mariana Castillo Deball, Paz Guevara (Kuratorin, HKW Haus der Kulturen der Welt Berlin) und Direktor Thomas Thiel

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Mariana Castillo Deball, Amarantus, 2021, Künstlerinedition

Mariana Castillo Deball, Amarantus, 2021, Künstlerinedition

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