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Niele Toroni

13. Rubenspreisträger der Stadt Siegen

„In regelmäßigen Abständen von 30 cm wiederholte Abdrücke des Pinsels Nr. 50“ betitelt Niele Toroni jedes seiner Werke. Damit beschreibt er lakonisch, was er tut: ein gleichmäßiges Muster aus Pinselabdrücken auf unterschiedliche Flächen – Leinwand, Papier, Glas, Wand – setzen, dabei mit primären Farben arbeitend.

Niele Toroni. 13. Rubenspreisträger der Stadt Siegen, Ausstellungsansicht, MGKSiegen, Arbeiten von Niele Toroni, Falsches Bild. Wahre Malerei. Pinselabdrücke Nr. 50 in regelmäßigen Abständen von 30 cm, 2017, Courtesy der Künstler, Foto: Margot Gottschling

Die Regel bestimmt sein Lebenswerk seit 50 Jahren. Wenn man genau hinsieht, merkt man, dass kein Pinselabdruck dem anderen gleicht. Aber auch sonst erkennt man, dass die Regel erstaunlich viele Variationsmöglichkeiten erlaubt. Spontan lässt sich Toroni auf die Ausstellungsräume ein und bedeckt große Wände genauso wie abseitige Stellen, auf die der Blick des Betrachters nie fallen würde.

Seit den 1960er Jahren fragt man sich, ob die Malerei in einer Welt der Bilderflut noch zeitgemäß ist und ob die abstrakte Malerei nicht an ihr Ende gekommen ist. Toroni, der Maler-Philosoph, hat eine entwaffnende Antwort gefunden, nicht ohne ein Augenzwinkern. Er appelliert an unsere Aufmerksamkeit und verweist mit seiner Malerei auf die Schönheit der uns umgebenden Welt, die nur durch Malerei hervorgebracht werden kann. Mit seiner radikalen Malerei ist er aus der Kunst des 20. Jahrhunderts nicht mehr wegzudenken. Anlässlich der 13. Rubenspreisverleihung zeigt Toroni in einer spannenden Abfolge von Räumen, welche Überraschungen seine Malerei bereithält.

Niele Toroni ist 1937 in Muralto bei Locarno geboren. Er lebt seit 1959 in Paris. Seine Werke befinden sich in vielen öffentlichen wie privaten Sammlungen und wurden auf der Documenta 7 (1982) und 9 (1992) in Kassel ausgestellt. Auch die Biennalen in Venedig (1976) oder São Paolo (1991) sowie viele Museen weltweit zeigten sein Schaffen, das schon mit dem französischen Grand Prix National de la Peinture 1995, dem Wolfgang-Hahn-Preis 2003 und 2012 mit dem Prix Meret Oppenheim ausgezeichnet wurde. Nun folgt der Rubenspreis der Stadt Siegen.

1 Publikation und 2 Werke in der Sammlung