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der Legende nach

3.7.–27.9.26

Die Ausstellung der Legende nach zeigt Werke aus den beiden Sammlungen des Museum für Gegenwartskunst Siegen zusammen mit ausgewählten zeitgenössischen Positionen. Ansatzpunkt ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Notation. Im Allgemeinen ist eine Notation ein aus Zeichen und Symbolen zusammengesetztes System. Es kann benennen, beschreiben und darstellen, als Werkzeug für Übertragungen oder Träger von Information dienen.

Eindeutigkeit, Lesbarkeit und damit Funktionalität einer Notation setzen die Strukturierung der Inhalte und den Gebrauch vereinbarter Zeichen voraus, die allerdings nie ganz neutral oder repräsentativ sind. Im Hinblick auf diese Begrenzungen stellt sich die Frage, inwiefern Abläufe, Gesten und Ideen überhaupt dokumentiert und reproduziert werden können. Was bedeutet es, etwas als wiederholbar zu betrachten, und welche Chancen oder Hindernisse beinhaltet eine solche Annahme? In der Legende nach wird dieser Unbestimmtheit Raum gegeben: Beabsichtigte oder ungeplante Fehler und vermeintliche Verluste in einer Übersetzung werden als Möglichkeit verstanden. Sie markieren die Grenzen der Systeme und erproben das Potenzial von konstruktiver Veränderung.

In der Ausstellung werden Arbeiten zusammengebracht, die sich mit formalen und strukturellen Systemen auseinandersetzen, sich diese aneignen oder sie aktiv unterlaufen und eigene Handschriften oder Vokabulare entwickeln. Die Künstler*innen leiten Aufführungen an, manipulieren Reproduktionen oder berühren Fragen von Dokumentation auf technischer Ebene. Andere versuchen, Bewegungen und Eindrücke greifbar zu machen, und eröffnen neue Perspektiven durch Überführungen bekannter Objekte in zunächst wenig verwandt erscheinende Materialien oder Formate. Insofern wird die Notation in der Legende nach als konzeptueller Filter eingesetzt: um über nichtlineare Prozesse der Produktion und Interpretation nachzudenken und weniger offensichtliche Bezüge zwischen Arbeiten verschiedener Medien, Kontexte und Zeiten sichtbar zu machen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des MGKSiegen mit Residence NRW⁺, ein Stipendienprogramm der Kunsthalle Münster für Künstler*innen und Kurator*innen. www.residencenrw.de
 
Residence NRW⁺ ist ein 2020 gestartetes Stipendienprogramm zur Förderung besonders talentierter Künstler*innen und Kurator*innen im Feld der visuellen Gegenwartskunst, das an die Kunsthalle Münster angegliedert ist. Grundlage des Programms bilden zudem wechselnde Kooperationen mit Museen, Kunsthallen und Kunstvereinen in ganz Nordrhein-Westfalen. Residence NRW⁺ wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, durch die Kunststiftung NRW und die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia


Mit Werken von / With works by


Dora Budor
Tony Cokes
Terry Fox
Jason Hirata
Nancy Holt
Margaret Honda
Katalin Ladik
Maria Lassnig
Lorenza Longhi
Sigmar Polke
Charlotte Posenenske
Yvonne Rainer
Bridget Riley
Stephen Willats

Kuratorinnen: Clara Maria Blasius und Paula Thomaka 

Pressekonferenz

FR. 3.7.  11 Uhr
der Legende nach
Kuratorinnen: Clara Maria Blasius und Paula Thomaka


Eröffnung

FR. 3.7.  19 Uhr 
der Legende nach
Es sprechen
Thomas Thiel, Direktor MGKSiegen
Clara Maria Blasius und Paula Thomaka, Kuratorinnen
    

Kuratorenführung

SA. 4.7. 15:00
Der Legende nach
Clara Maria Blasius und Paula Thomaka

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der Legende nach, Keyvisual, MGKSiegen

Bridget Riley
Diagonal Painting Tracing

1994
Bleistift auf Papier
10 kg
Sammlung Lambrecht-Schadeberg
© Bridget Riley

Yvonne Rainer
Trio A 15

1966
Video auf Betacam SP PAL, s/w, Ton
10:30 min.
Sammlung Gegenwartskunst
© 2021 Yvonne Rainer

© Holt/Smithson Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Courtesy: Sammlung Gegenwartskunst, MGKSiegen

Dora Budor, Reproduce Me, 2025, "Björnsholm” tea table (IKEA 18th-century furniture series, cold-stamped Riksantkvarieätet Björnsholm C.J, 1990), “Krogsta” folding table (IKEA 18th-century furniture series, cold-stamped Riksantkvarieätet Krogsta C.J, 1990), 118 × 133 × 79 cm. Photo by Giorgia Palmisano MBP. Courtesy of the artist and Galerie Molitor, Berlin

Katalin Ladik, Ausgewählte Volkslieder / Selected Folk Songs, 1973–1975 (Moderato), © Kontakt Collection, Vienna.

Margaret Honda, Lace, 2024 (detail), hemp and cotton rope, punto in aria technique, 91 × 580 × 11 cm. Photo by Marjorie Brunet-Plaza. Courtesy of the artist and Galerie Molitor, Berlin. 

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