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FR. 3.7. 19–21 Uhr
Eröffnung

der Legende nach

Die Ausstellung der Legende nach zeigt Werke aus den beiden Sammlungen des Museum für Gegenwartskunst Siegen zusammen mit ausgewählten zeitgenössischen Positionen. Ansatzpunkt ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Notation. Im Allgemeinen ist eine Notation ein aus Zeichen und Symbolen zusammengesetztes System. Es kann benennen, beschreiben und darstellen, als Werkzeug für Übertragungen oder Träger von Information dienen.

Eindeutigkeit, Lesbarkeit und damit Funktionalität einer Notation setzen die Strukturierung der Inhalte und den Gebrauch vereinbarter Zeichen voraus, die allerdings nie ganz neutral oder repräsentativ sind. Im Hinblick auf diese Begrenzungen stellt sich die Frage, inwiefern Abläufe, Gesten und Ideen überhaupt dokumentiert und reproduziert werden können. Was bedeutet es, etwas als wiederholbar zu betrachten, und welche Chancen oder Hindernisse beinhaltet eine solche Annahme? In der Legende nach wird dieser Unbestimmtheit Raum gegeben: Beabsichtigte oder ungeplante Fehler und vermeintliche Verluste in einer Übersetzung werden als Möglichkeit verstanden. Sie markieren die Grenzen der Systeme und erproben das Potenzial von konstruktiver Veränderung.

In der Ausstellung werden Arbeiten zusammengebracht, die sich mit formalen und strukturellen Systemen auseinandersetzen, sich diese aneignen oder sie aktiv unterlaufen und eigene Handschriften oder Vokabulare entwickeln. Die Künstler*innen leiten Aufführungen an, manipulieren Reproduktionen oder berühren Fragen von Dokumentation auf technischer Ebene. Andere versuchen, Bewegungen und Eindrücke greifbar zu machen, und eröffnen neue Perspektiven durch Überführungen bekannter Objekte in zunächst wenig verwandt erscheinende Materialien oder Formate. Insofern wird die Notation in der Legende nach als konzeptueller Filter eingesetzt: um über nichtlineare Prozesse der Produktion und Interpretation nachzudenken und weniger offensichtliche Bezüge zwischen Arbeiten verschiedener Medien, Kontexte und Zeiten sichtbar zu machen.

Mit Werken von
Dora Budor
Tony Cokes
Terry Fox
Jason Hirata
Nancy Holt
Margaret Honda
Katalin Ladik
Maria Lassnig
Lorenza Longhi
Sigmar Polke
Charlotte Posenenske
Yvonne Rainer
Bridget Riley
Stephen Willats

Kuratorinnen

Clara Maria Blasius
Paula Thomaka

Die Ausstellung findet im Rahmen von Residence NRW+ statt, ein Stipendienprogramm der Kunsthalle Münster für Künstler*innen und Kurator*innen. www.residencenrw.de 

Eröffnung

FR. 3.7.  19 Uhr
der Legende nach

Es sprechen
Thomas Thiel, Direktor MGKSiegen
Clara Maria Blasius und Paula Thomaka, Kuratorinnen

iCal

Abbildung: Yvonne Rainer, Trio A, 1966, © 2026 Yvonne Rainer, Gestaltung: Tim+Tim

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