Menü>Kalender, Format, Zielgruppe, Rückblick
X
Menü>Kalender, Format, Zielgruppe, Rückblick
X
Menü>Kalender, Format, Zielgruppe, Rückblick
X
Menü>Kalender, Format, Zielgruppe, Rückblick
X
X
Menü>Newsletter
SO. 11.6.23 17–18.30 Uhr
Vortrag

Die Kunstfigur als „border artist“

Vortrag von Maria Marshal

„Ich muss sie töten.“, sagte Tom Neuwirth einmal, als er in einem Interview nach seiner Kunstfigur Conchita Wurst gefragt wurde. Doch können Kunstfiguren überhaupt sterben? Die Kunstfigur Maria Marshal hat ihren Tod bereits erlebt und überlebt. Nun möchte sie lebendig wie noch nie von ihrem Leben nach dem Tod berichten. Und vom dem da-zwischen stehen: Zwischen Leben und Tod, zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen verschiedenen Welten. Denn Maria Marshal begreift sich als grenzenverwischender „border artist“. Für die Autorin Gloria Anzaldúa geht der Begriff „border artist“ über geografische Grenzen hinaus und bezieht sich auch auf „risk takers: artists who straddle multiple (often oppressive, colonized, neo-colonized) worlds and use their negotiations to decolonize the various spaces in which they exist.“ (Keating 2015: 18) In Maria Marshals Vortrag am Museum für Gegenwartskunst Siegen wird die Expertin für Kunstfiguren autoethnografisch Fragen über Kunstfiguren nachgehen:

Wie fühlt es sich für eine Kunstfigur an von ihrer Künstlerin getötet zu werden?
Können Kunstfiguren ein von ihren Künstler*innen getrenntes Eigenleben führen? 
Wie frei ist Kunst noch, wenn sie nicht mehr vom Alltag unterscheidbar ist?
Wie heilen Kunstfiguren koloniale Wunden?
Und wieso hat sich Maria Marshal dagegen entschieden, berühmt zu werden?

Zur Beantwortung dieser Fragen bezieht sich Maria Marshal auf ihre Forschung, in der sie sich zwischen Wissenschaft, Kunst, Leben und Magie bewegt. Und zum ersten Mal wird sie einem Publikum ihren noch unveröffentlichten Hit „MEGA“ mitsamt Musikvideo präsentieren.

Über Maria Marshal:

Zusammen mit ihrer Zivilperson Mira Kandathil beschäftigt sich Maria Marshal in ihrer gemeinsamen Forschung mit Themen wie Identität, Agency, Autorschaft, dem Star-Sein, künstlerischen Formen der Wissensgenerierung und der Interferenz zwischen Kunst und Wissenschaft. Kandathil und Marshal entwickeln eine neue performativ-ethnografische Methode, welche sie die „Darstellende Beobachtung“ nennen. Ihre Dissertation an der SINTA (Universität Bern/Hochschule der Künste Bern) über Kunstfiguren wird vom Schweizerischen Nationalfonds gefördert und ist Teil des interdisziplinären Forschungsprojekts „Kunstfiguren – Gestaltungsprozesse fiktiver Identitäten“, das am Institut Praktiken und Theorien der Künste an der Hochschule der Künste Bern realisiert wurde.

https://www.hkb-interpretation.ch/fileadmin/user_upload/documents/Veranstaltungen/IPTK_Kunstfiguren_A4_def.pdf

Maria Marshal ist Komplizin des Duos Follow Us. Follow Us besteht aus den Künstlerinnen Annina Machaz und Mira Kandathil. Das Duo realisiert Theaterprojekte und Performances über Frauen*, die sie prägen: wie z.B. historische Persönlichkeiten aus Antike und Popkultur, Protagonist*innen aus Literatur und Mythologie und Menschen aus ihrem Umfeld. Ihre Arbeiten zeigten Follow Us beispielsweise an den Sophiensælen Berlin, der Gessnerallee Zürich oder am ImPulsTanz Wien.

https://www.mirannina.com

Der Vortrag wird organisiert von den Jungen Kunstfreund*innen Siegen und findet im Vortragssaal des Museums für Gegenwartskunst Siegen statt. Der Eintritt ist frei.

iCal

Porträt Maria Marshal, Künstlerische Konzeption: Mira Kandathil, Foto: Clemens Laub

ab
ab
ab