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Sigmar Polke
Mehl in der Wurst

1964
Öl und Lack auf Leinwand
74,6 x 53 cm
Sammlung Lambrecht-Schadeberg / Rubenspreisträger der Stadt Siegen
© The Estate of Sigmar Polke, Cologne/VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Nach der Lebensmittelknappheit in den ersten Nachkriegsjahren standen vor allem die prall gefüllten Fleischtheken für das westdeutsche Wirtschaftswunder der 50er Jahre. Gerne zeigte man, dass man sich Fleisch und Wurst wieder in großen Mengen leisten konnte. Diesen Umstand greift der junge Sigmar Polke in seiner Malerei in den ersten Jahren nach seinem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie auf. Neben Schokolade, Socken und gebügelten Oberhemden malt er Wurstesser, Wurstschlangen und lachende Würstchen.

Was auf den ersten Blick wie eine Werbeanzeige daherkommt, das irritiert auf den zweiten Blick: Grün und unappetitlich lädt diese Wurst gerade nicht um Hineinbeißen ein. Der Schriftzug klärt auf: Die Wurst ist mit Mehl gestreckt. Diese Praxis war nicht nur aus der Fleischknappheit der Kriegsjahre bekannt; sie wurde in den 60er Jahren noch von betrügerischen Herstellern angewendet. So lässt uns Polke mit seinen so genannten kapitalistisch-realistischen Bildern sowohl auf die glänzenden Oberflächen der Werbebilder wie auch in ihre Abgründe schauen.

Biografie und 24 weitere Werke, 1 Ausstellung
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